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Des Freibeuters letztes Ufer ist der Meeresgrund

Poller Rheinpiratenball

Juli 11th, 2021

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Warst Du dabei, am 25.01.2020, beim 11. Poller Rheinpiratenball?
Wie jedes Jahr am letzten Samstag im Januar hatten wir als Orga-Team des Poller Rheinpiratenball und
unsere zahlreichen Helfer es auch zu unserem karnevalistischen Jubiläum so richtig krachen lassen!

Der kleine, widerliche Virus, der wenige Wochen später alles im Land lahmlegen würde, war noch etwas,
was nur irgendwo weit weg in der chinesischen Provinz stattzufinden schien.

Nie zuvor hatten wir für den Ball aufwendiger dekoriert, Service und Catering hatten wir nochmals weiter
professionalisiert, die Bands waren exzellent und pushten die Stimmung in ungeahnte Höhen!
Hunderte Piraten feierten einen Ball, wie wir ihn noch nicht hatten und die Rückmeldungen von Euch,
unseren Gästen, waren glasklar!

Der 11. PRB war der Größte!
Der 11. PRB war der Schönste!
Der 11. PRB war der Beste!
Der 11. PRB war …… der Letzte!

Das wird viele von Euch, die Ihr den Termin schon immer ein Jahr im Voraus mit rotem Reiter im Kalender
versehen hattet, sicher schockieren oder überraschen.
Und nein, es liegt keineswegs an Corona!

Aber die pandemiebedingte Ball-Pause gab uns Gelegenheit, das ganze Thema PRB einmal von allen Seiten
zu überdenken und durchzudiskutieren. Selbstreflektion nennt man das wohl!
Das Ergebnis, zu dem wir als Organisatoren kamen, war eindeutig und einstimmig:
Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist!

Wir im Orga-Team sind alles Leute, die dem PRB von seinem Stapellauf an verbunden sind, einige von uns
damals schon als Steuerleute, einige erst als Hilfsmatrosen und dann später mit auf der Brücke.

Für uns Fünf bedeutete der PRB nicht nur einen lustigen Partyabend, er bedeutete 12 Monate
Vorbereitung: Regelmäßige Treffen, Sachstandsprotokolle, Vertragsverhandlungen, Einkäufe von A wie
Aschenbecher über H wie Helium bis Z wie Zweiwegekupplung, Helferteam-Besprechung,
Einstellungsgespräche mit den Servicekräften, Telefonate, Anfragen, Arbeiten an Deko und Einrichtungen,
Planung, Umplanung, Neuplanung.
Klingt, wenn man es liest, nicht wirklich nach Spaß, aber von wegen: Den hatten wir reichlich!

Gefordert waren wir in jedem Fall: Wenn man, eine Woche vor dem Ball, mit einer klaren Planung für Deko
nebst extra passend gefertigtem Schiffsdeck in die Ahl Poller Schull kommt und da steht plötzlich eine 6m-
Anrichte im Raum, die vorher nicht da war und nun passt nichts mehr……
jo, do musste flägsibel sin un improwisiere künne!

Die doch eher nüchternen Räume der Ahl Poller Schull umzugestalten: den großen Saal in den piratigfestlichen
„Black Pearl“, den einen Nebenraum in eine gemütliche Wohlfühl-Freibeuter-Spelunke
„Störtebeker“, den anderen Nebenraum in den Raucherraum „Karibik“ mit Bar und Strandräuber-Feeling,
die Kombüse für den Caterer gastlich machen, die Toiletten auf Vordermann bringen, Garderobe
präparieren….. das bedeutete 5 Tage Arbeit in Vollzeit -plus Überstunden!
Ohne unser treues Helferteam wären all diese Arbeiten nicht ansatzweise zu stemmen gewesen, und, Ihr
Lieben, wir können nicht oft genug Danke sagen für Euren Einsatz!
Daher sagen wir es jetzt nur noch einmal: Danke!
Und dieser Dank gilt nicht minder unseren Service-Kräften, unseren Security-Männern , unseren
‚Schleppern‘ und allen anderen, die mit Tat und Anpack dabei waren. Ohne Euch wäre nichts gegangen!
Wer hier nicht erwähnt ist, der fühle sich trotzdem jebützt!

Apropos „nur noch einmal sagen“: Wir wurden in der Vergangenheit immer wieder mal darauf
angesprochen, was denn so „hängen geblieben sei“ beim Piratenball.
Der PRB ist immer eine Non-Profit-Veranstaltung gewesen!
„Abgerechnet wird zum Schluss“ ist nicht nur ein Western von Sam Peckinpah, es war auch unser
alljährlicher Grundsatz bei der Ausrichtung des PRB.
Wir, das Orga-Team, haben den Ball stets aus der eigenen Tasche vorfinanziert, volles Risiko, und gehofft,
dass schlussendlich die schwarze Null herauskommt – in der Regel hat es geklappt, und ja, hier und da
haben wir auf die Rückerstattung der einen oder anderen Rechnung auch verzichtet, damit es aufging.
Egal, gerne geschehen: Alles för Kölle!

Was 11 Jahre zuvor als überschaubare Veranstaltung in einem Poller Lokal angefangen hatte, mit einer
Gästeanzahl, bei der jeder jeden kannte, das war bis zum elften Ball angewachsen auf eine Megaparty mit
über 450 Besuchern. Er war am Ende viel mehr als nur ein Poller Fastelovends-Event.
Piraten aus ganz Köln und Umgebung kamen zum Teil gleich gruppenweise, und Schiffsbesatzungen, die
zuvor, nun ja, eher skeptisch miteinander waren, die haben über unseren Ball wieder zueinander
gefunden. Darauf sind wir auch schon ein wenig stolz.
Und wir können definitiv von zumindest einer Piraten-Ehe berichten, an deren Zustandekommen der PRB
maßgeblich beteiligt war!

„Aber wenn doch alles so gut geklappt hat und Ihr so stolz auf all das seid, auf Euren prächtigen Dreimaster
*PollerRheinpiratenBall*, warum hört Ihr denn dann auf?“ hören wir jetzt manche fragen.

Wir könnten hier nun noch lange ausführen, welche Gründe uns insgesamt bewogen haben und das wäre
ein abendfüllendes Programm, denn es sind etliche!
Aber wir sind Piraten: Wenn Ihr etwas wissen wollt, dann gebt uns ein paar Glas Rum oder Kölsch aus,
wenn Ihr uns das nächste Mal begegnet und vielleicht lockert das unsere Zunge und wir geraten ins
Erzählen. Wer weiß?

Nur eins sei offenbart:
Ein guter Freund aus einer alteingesessenen Kölner Piratengruppe sagte uns beim letzten Ball: „Der
Rheinpiratenball ist für uns inzwischen ein absolutes Muß!“
Ein echtes Kompliment! Wie schön! Wie schrecklich!
Der Übergang zwischen einem ersehnten Muß und einer lästigen Pflicht ist fließend! Was wäre uns Piraten
mehr zuwider als Pflichten?

Man kann sein Schiff fahren, bis die Segel faulen, durch jede Ritze Wasser eindringt und keine Matrosen
mehr an Bord wollen.

Man kann sein Schiff in ein Gefecht gegen überlegene Gegner führen, seine Mannschaft opfern und
ruhmlos untergehen.

Und man kann sein Schiff erhobenen Hauptes mit vollem Wind in den Segeln und wehenden Fahnen
selbst versenken!

Euer Orga-Team

Kristina, Sabine, Anke, Jürgen & Lutz

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